Ungarn-Ratgeber: Gesundheit & Pflege

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Artikel zum Thema

Gesundheit & Pflege

  • Arzt in Ungarn Bei akutem Notfall immer die 112 wählen.
  • Asbest in Ungarn Asbesthaltiger Schotter in Westungarn: betroffen sind einzelne Straßen und Wege, keine ganzen Gemeinden. Was bekannt ist und was wir vor einem Hauskauf prüfen.
  • Hausnotruf Zwei Wege. Der staatliche Dienst Gondosóra ist kostenlos und steht auch EU-Bürgern offen, sobald eine ungarische Wohnsitzkarte (lakcímkártya) vorliegt – beantragt wird er über das Gemeindeamt oder die örtliche Sozialstelle, die Beratung läuft auf Ungarisch. Privat bietet Lifemax ein Gerät mit deutschsprachiger Leitstelle. Merkblatt zu Lifemax – PDF, bei uns hinterlegt.
  • Impfpflicht Für Kinder und Jugendliche – am Beispiel der Mercedes-Benz-Schule in Kecskemét.
  • Krankenversicherung Hier wird am meisten falsch erzählt. Die EHIC deckt keine Privatärzte, keine geplanten Behandlungen und nichts, wenn Sie den Wohnsitz verlegt haben. Rentner brauchen das S1 — und beantragen es bei der Krankenkasse, nicht bei der Rentenversicherung. Wer hier gemeldet ist, zahlt 12 300 Ft im Monat ohne Wartezeit; die oft genannten 161 400 Ft sind etwas anderes und für die meisten der falsche Weg. Faktor dreizehn.
  • Notruf 112 Auch in Ungarn gilt die 112 – dort wird Englisch und Deutsch gesprochen. Bei Unfall oder akutem Notfall immer zuerst die 112 wählen.
  • Organspende Ja, in Ungarn gilt die Widerspruchslösung — wer nicht widersprochen hat, kommt als Spender in Betracht. Und das gilt auch für Ausländer, die hier versterben; das Gesundheitsgesetz macht dabei keinen Unterschied. Angehörige haben kein Vetorecht. Widersprechen können Sie schriftlich, am einfachsten über den Hausarzt, der die Erklärung ans Register des Blutspendedienstes OVSZ weiterleitet — notariell muss sie nicht sein. Einen Organspendeausweis wie in Deutschland gibt es in Ungarn nicht, und darauf, dass ein Eintrag im deutschen Organspende-Register hier gefunden wird, sollten Sie sich nicht verlassen.
  • Patientenverfügung Wir haben unsere eigene Angabe korrigiert. Ihre deutsche Patientenverfügung ist in Ungarn nicht wirkungslos: Das Oviedo-Übereinkommen gilt hier seit 2002 und verpflichtet die Ärzte, den zuvor geäußerten Willen zu berücksichtigen. Sie löst aber allein kein Verfahren zum Behandlungsabbruch aus. Und zwei Angaben, die überall stehen, sind seit 2014 falsch: Das psychiatrische Gutachten und die Erneuerung alle zwei Jahre wurden vom Verfassungsgericht aufgehoben. Wichtig dagegen: Ihre deutsche Vorsorgevollmacht hat in Ungarn keinen gesicherten Anerkennungsweg.
  • Pflegefall Als EU-Bürger mit lakcímkártya haben Sie Zugang zum ungarischen System — ohne gemeldeten Wohnsitz nicht. Häusliche Hilfe und Tagespflege sind in vielen Gemeinden kostenlos, die Eigenbeteiligung im Heim ist auf 80 Prozent des Einkommens gedeckelt. Ihr deutsches Pflegegeld wird nach Ungarn gezahlt, Pflegesachleistungen nicht. Der Heimplatz ist der teure Teil: am Balaton 9 900 bis 14 500 Ft am Tag, dazu oft eine Einstiegszahlung — und bei kommunalen Heimen zwei bis fünf Jahre Wartezeit.
  • Trinkwasserqualität Das öffentliche Leitungswasser ist gut — 99,8 % der Gemeinden haben nach amtlicher Auswertung sicheres Trinkwasser, und Arsen ist ein Problem der Südlichen Tiefebene, nicht unseres. Die Messwerte Ihrer Gemeinde können Sie nachschlagen; weil die Behörde gerade umzieht, merken Sie sich besser den Suchbegriff „Magyarországi települések ivóvízminősége" als den Link. Drei Lücken bleiben: die eigene Hausinstallation, der eigene Brunnen — und in unserer Gegend die Menge im Hochsommer. Messwerte, Blei, Brunnen und Analyse.