Asbest in Ungarn: Was Käufer in Zala und Vas wissen müssen
In Westungarn wurde Schotter verbaut, der Asbest enthalten kann. Was bekannt ist, welche Orte genannt werden und was das für einen Hauskauf bedeutet.
Seit dem Frühjahr 2026 steht in Westungarn ein Thema im Raum, das viele Interessenten beunruhigt: In mehreren Komitaten wurde Schotter verbaut, der Asbest enthalten kann. Weil wir genau in dieser Region vermitteln, sagen wir dazu, was bekannt ist – und was nicht.
Was passiert ist
In den Jahren zuvor wurde aus österreichischen Steinbrüchen Schotter nach Ungarn geliefert, der Serpentinit enthält. Serpentinit kann Asbestfasern führen. Verbaut wurde das Material dort, wo Schotter üblicherweise hinkommt: in Straßen, Parkplätzen, Rad- und Forstwegen, teilweise auch in privaten Zufahrten.
Im Mai 2026 begann das Komitatsregierungsamt in Zala zu untersuchen, wo das Material gelandet ist. In Vas wurde ein eigenes Verzeichnis aufgebaut. Dessen Stand im September 2026: 720 Fundstellen allein im Komitat Vas, geschätzte 216 451 Tonnen belasteter Schotter.
Welche Orte bisher genannt werden
Die Listen wachsen, weil weiter geprüft wird. Öffentlich genannt wurden bisher unter anderem:
- Komitat Vas: Szombathely – dort allein rund 110 Stellen, darunter das Oladi plató –, außerdem Kőszeg, Lukácsháza, Táplánszentkereszt, Bük, Sárvár und Szentgotthárd.
- Komitat Zala: Zalaegerszeg, wo ein städtischer Parkplatz betroffen sein kann, sowie weitere Gemeinden, bei denen Straßen, Radwege und Parkplätze geprüft werden.
- Komitat Győr-Moson-Sopron: auch in Sopron wurde Belastung festgestellt.
Das Wichtigste an dieser Liste ist, was nicht darin steht: ganze Regionen. Es geht um einzelne Strassenabschnitte, Plätze und Wege – nicht um Gemeinden als Ganzes und erst recht nicht um „Westungarn“.
Wie gefährlich ist das?
Asbest ist dann ein Problem, wenn Fasern in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Gebundenes Material unter einer geschlossenen Oberfläche verhält sich anders als loser Schotter, über den täglich gefahren wird und der bei Trockenheit staubt. Genau deshalb besteht die erste Maßnahme der Behörden darin, belastete Flächen abzudecken – auf ungarisch heißt das Ziel „a kiporzás megakadályozása“, die Staubbildung verhindern.
Eine Abdeckung ist eine Übergangslösung, keine Sanierung. Die Stadt Szombathely sagt das selbst.
Was der Staat tut
Die Regierung hat einen Fonds von 3 Milliarden Forint eingerichtet. Daraus können Städte mit Komitatsrecht bis zu 70 Prozent der Kosten beantragen, Städte 80 Prozent und Gemeinden 90 Prozent. Szombathely allein rechnet mit mehr als 1,6 Milliarden Forint.
Für die Entsorgung gibt es enge Grenzen: Im Komitat Vas darf das Material derzeit nur an einer einzigen Stelle angenommen werden, bei Zala-Müllex in Harasztifalu.
Im September 2026 hat das Komitatsregierungsamt Vas die Abdeckarbeiten auf dem Oladi plató kontrolliert, nachdem Greenpeace Ungarn Mängel gemeldet hatte. Das Ergebnis: zwei Arbeiter ohne geschlossene Schutzkleidung und mit falsch oder gar nicht benutzter Atemschutzmaske, kleine Bußgelder vor Ort. Das ist keine Entwarnung, aber auch kein Skandal zweiter Ordnung – es zeigt vor allem, dass kontrolliert wird.
Was das für einen Hauskauf bedeutet
Wohnhäuser und Grundstücke sind in aller Regel nicht betroffen. Der Schotter wurde in den Wegebau geliefert, nicht in den Hausbau. Trotzdem gibt es drei Punkte, bei denen wir vor einem Kauf nachfragen:
- Die Zufahrt. Ist der Weg zum Haus geschottert und wurde er in den letzten Jahren neu aufgebracht? Dann fragen wir bei der Gemeinde nach, woher das Material stammt.
- Die Straße davor. Steht sie im Verzeichnis des Komitatsregierungsamts? Das lässt sich beim Bürgermeisteramt erfragen.
- Eigene Wege auf dem Grundstück. Wenn der Voreigentümer selbst Schotter gekauft hat, weiß das niemand außer ihm. Danach fragen wir im Rahmen der Objektprüfung.
Bleibt ein Zweifel, lässt sich eine Probe im Labor untersuchen. Das ist kein großer Aufwand und schafft Klarheit, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist.
Unsere Einschätzung
Wir halten das Thema weder für erledigt noch für einen Grund, vom Kauf in Zala oder Vas abzusehen. Es ist ein Punkt auf der Prüfliste geworden, so wie der Grundbuchauszug und der Bebauungsplan. Wir fragen danach, bevor Sie fragen müssen.
Häufige Fragen
Ist ganz Westungarn von der Asbestbelastung betroffen?
Sind Wohnhäuser und Grundstücke betroffen?
Kann ich in Zala oder Vas trotzdem ein Haus kaufen?
Woher stammt das belastete Material?
Stand: 24.10.2026