Ferienvermietung in Ungarn: Warum wir davon abraten

Die Rechnung geht auf dem Papier oft auf. In der Praxis scheitert sie an der Saison, am Verwalter und an etwas, das in keiner Rendite steht: an der Nachbarschaft.

„Das Haus trägt sich doch von selbst, wenn ich es im Sommer vermiete.“ Diesen Satz hören wir oft, und wir sagen seit Jahren dasselbe dazu: Rechnen Sie es durch, bevor Sie darauf bauen. In den meisten Fällen lohnt es sich nicht – und beim letzten unserer fünf Gründe geht es nicht ums Geld.

1. Die Saison ist kurz

Am Balaton läuft die Ferienvermietung von Juni bis Ende August, mit etwas Glück Mai und September dazu. Das sind im besten Fall vier Monate, in denen überhaupt Nachfrage besteht – und auch in diesen vier Monaten ist nicht jedes Wochenende gebucht.

Alles andere im Jahr kostet trotzdem: Grundsteuer, Versicherung, Müllabfuhr, Strom für die Grundlast, Heizung gegen Frostschäden, Garten. Diese Kosten verteilen sich nicht auf zwölf Monate Einnahmen, sondern auf acht bis zehn Wochen.

2. Jemand muss da sein

Ferienvermietung ist kein passives Einkommen, sondern ein Dienstleistungsgewerbe. An jedem Wechseltag müssen Schlüssel übergeben, Betten gewechselt, Handtücher gewaschen, das Haus geputzt und der Pool kontrolliert werden. Dazwischen geht etwas kaputt, und zwar immer samstags.

Also sind Sie entweder selbst vor Ort – dann verbringen Sie Ihren Sommer damit, anderer Leute Urlaub zu organisieren – oder Sie bezahlen jemanden dafür. Eine Verwaltung kostet Geld, und sie kostet es unabhängig davon, ob das Haus belegt war.

3. Die Portale nehmen einen erheblichen Teil

Ohne Buchungsportal kommen Sie an die Gäste nicht heran. Die Portale verlangen dafür eine Provision, und sie verlangen sie vom ersten Euro an. Was auf Ihrem Konto ankommt, ist spürbar weniger als das, was der Gast bezahlt hat.

Dazu kommt: Die Portale bestimmen die Spielregeln. Stornobedingungen, Bewertungssystem, Sichtbarkeit in der Liste – all das entscheidet jemand anders, und eine schlechte Bewertung im Juli wirkt sich auf den ganzen August aus.

4. Der Verschleiß ist höher

Ein Haus, durch das in einer Saison fünfzehn verschiedene Parteien gehen, sieht nach drei Jahren anders aus als eines mit einem Dauermieter. Möbel, Böden, Armaturen, Geschirr, Bettwäsche – das alles rechnet man am Anfang nicht mit, und es fällt gesammelt an, meistens im Frühjahr vor der Saison.

Ein Langzeitmieter dagegen behandelt die Wohnung wie seine eigene, weil sie das für ihn ja auch ist.

5. Und der Punkt, der uns am wichtigsten ist

Sie treten in direkte Konkurrenz zu Ihren Nachbarn.

Für viele einheimische Familien rund um den Balaton ist die Ferienvermietung im Sommer nicht ein Zusatzverdienst, sondern das Einkommen. Sie vermieten die obere Etage, das Nebengebäude, das Haus der Großeltern, und davon kommen sie über den Winter. Wenn der Zugezogene aus Deutschland nebenan dasselbe macht – oft mit besserer Ausstattung und besseren Fotos –, nimmt er ihnen Buchungen weg.

Das spricht niemand an. Man merkt es daran, dass die Nachbarschaft kühler wird, dass man beim Handwerker länger wartet und dass niemand im Winter nach dem Haus sieht. In einem ungarischen Dorf ist das ein hoher Preis, und er steht in keiner Rentabilitätsrechnung.

Wir sagen das deutlich, weil wir hier leben und weil unsere Kunden hier ankommen sollen – nicht bloß einziehen.

Was wir stattdessen empfehlen

Wenn Sie ein Appartement, eine Wohnung oder ein Haus haben, das Sie nicht selbst nutzen: Langzeitvermietung an bonitätsgeprüfte Rentner aus Deutschland und der Schweiz.

Die Rechnung sieht anders aus:

  • Zwölf Monate Miete statt acht Wochen, und sie kommt auch im Februar.
  • Keine Portalprovision, kein Wechseltag, keine Wäsche.
  • Weniger Verschleiß, weil jemand da wohnt statt durchzureisen.
  • Jemand ist im Haus – gegen Frostschäden, Rohrbrüche und Einbrüche ist das mehr wert als jede Versicherung.
  • Keine Konkurrenz zu den Nachbarn. Im Gegenteil: Ein deutschsprachiger Dauermieter kauft im Ort ein, das ganze Jahr.

Unsere Mieter sind überwiegend Rentner, die den Winter in Ungarn verbringen wollen, weil das Leben hier günstiger und das Klima freundlicher ist. Sie bleiben lange, sie zahlen zuverlässig, und wir prüfen vorher die Bonität.

Was wir dabei übernehmen

  • Suche und Auswahl des Mieters, mit Bonitätsprüfung
  • Mietvertrag, zweisprachig und nach ungarischem Recht
  • Übergabe mit Protokoll und Zählerständen
  • Nebenkostenabrechnung
  • Hausverwaltung während der Mietzeit

Langzeitvermietung – unsere Leistung ansehen

Und wenn Sie es trotzdem machen wollen?

Dann sagen Sie es uns, und wir helfen auch dabei – ehrlich gerechnet, mit den örtlichen Pflichten dazu. Eine gewerbliche Ferienvermietung in Ungarn ist anmeldepflichtig, es fällt Kurtaxe an, und das Finanzamt will seinen Teil. Wer das nebenbei und ohne Anmeldung macht, hat irgendwann ein anderes Problem als eine kurze Saison.

Häufige Fragen

Lohnt sich Ferienvermietung am Balaton?
Selten. Die Saison dauert rund zehn Wochen, die Portale nehmen zwischen 15 und 20 Prozent, und entweder Sie sind selbst vor Ort oder Sie bezahlen einen Verwalter. Was nach zwölf Monaten Einnahmen aussieht, sind in Wirklichkeit zweieinhalb.
Was ist besser – Ferienvermietung oder Langzeitvermietung?
Für die allermeisten unserer Eigentümer die Langzeitvermietung: planbare Einnahmen über das ganze Jahr, ein Ansprechpartner statt dreißig, deutlich weniger Verschleiß und keine Reinigung zwischen den Gästen.
Welche Pflichten hat man bei Ferienvermietung in Ungarn?
Die Unterkunft muss bei der Gemeinde angemeldet und im NTAK-System registriert sein, die Kurtaxe wird je Gast und Nacht erhoben und monatlich abgeführt, und die Einnahmen sind in Ungarn steuerpflichtig – auch dann, wenn die Buchung über ein ausländisches Portal lief.
Warum ist Ferienvermietung ein Problem für die Nachbarschaft?
Weil in vielen Dörfern am Südufer die Sommervermietung das einzige Einkommen einheimischer Familien ist. Wer als Zugezogener in denselben zehn Wochen dieselben Gäste umwirbt, macht ihnen direkt Konkurrenz. Das merkt man – nicht sofort, aber dauerhaft.

Stand: 25.10.2026