Bankkonto in Ungarn: Brauchen Sie wirklich eins?

Meistens brauchen Sie kein ungarisches Konto – aber nicht immer. Was eins kostet, wann es sich nicht vermeiden lässt und was sonst funktioniert.

Die Frage kommt in fast jedem Beratungsgespräch: „Brauche ich für das Haus in Ungarn ein ungarisches Bankkonto?“ Die kurze Antwort lautet: meistens nicht. Die längere steht hier – mit dem, was ein ungarisches Konto tatsächlich kostet, und mit zwei Alternativen, die unsere Kunden seit Jahren nutzen.

Wofür Sie in Ungarn überhaupt zahlen müssen

Nach dem Kauf laufen regelmäßig diese Posten auf:

  • Strom, Gas, Wasser und Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Internet und Telefon
  • Gemeindesteuern, meist zweimal im Jahr
  • Versicherung
  • bei Eigentumswohnungen das Hausgeld (közös költség)

Das Entscheidende daran: Diese Rechnungen lauten auf Forint und gehen an ungarische Empfänger – aber sie verlangen kein ungarisches Konto. Eine Überweisung aus dem SEPA-Raum nimmt jeder dieser Empfänger an.

Was ein ungarisches Konto kostet

Ungarn hat eine Besonderheit, die deutsche Kunden regelmäßig überrascht: die Transaktionsabgabe. Auf nahezu jede Überweisung und jede Bargeldabhebung fällt eine Abgabe an, die die Bank an den Staat abführt und an den Kunden weitergibt. Dazu kommen Kontoführungsgebühren, Kartengebühren und bei vielen Instituten eine Mindestumsatzanforderung.

Das Ergebnis: Ein ungarisches Konto, über das zwölfmal im Jahr eine Stromrechnung läuft, ist gemessen an seinem Nutzen teuer. Für wenige Zahlungen im Jahr lohnt es sich selten.

Wann Sie trotzdem eins brauchen

Es gibt Fälle, in denen am ungarischen Konto kein Weg vorbeiführt:

  • Sie beziehen in Ungarn ein Gehalt oder eine Rente.
  • Sie führen hier eine Firma oder sind als egyéni vállalkozó selbstständig.
  • Sie vermieten gewerblich und brauchen ein Konto für die Buchhaltung.
  • Ein Versorger oder die Gemeinde besteht auf Lastschrift (csoportos beszedési megbízás) – das geht nur von einem ungarischen Konto.
  • Sie wollen größere Beträge in Forint halten.

Der letzte Punkt ist der wichtigste in Bezug auf das, was gleich folgt: Für Ersparnisse ist eine Zahlungs-App keine Bank.

Die Alternative: Wise

Wise führt für Sie Guthaben in Euro und in Forint nebeneinander und gibt Ihnen für beide eine Kontonummer. Sie überweisen Euro hinein, tauschen zum echten Mittelkurs in Forint und zahlen von dort an ungarische Empfänger – als normale Inlandsüberweisung, nicht als Auslandszahlung. Dazu gibt es eine Karte, mit der Sie in Ungarn in Forint zahlen, ohne dass ein Automat Ihnen seinen eigenen Wechselkurs aufdrängt.

Was Wise nicht ist: eine Bank für Ihr Vermögen. Grössere Beträge gehören nicht dauerhaft dorthin, und eine Einlagensicherung wie bei einer Bank gibt es nicht. Als Zahlungskonto für die laufenden Kosten eines Hauses ist es dagegen genau das Richtige.

Wise-Konto eröffnen *

Die Alternative: Revolut

Revolut funktioniert ähnlich, hat in Ungarn aber einen praktischen Vorteil: Es ist hier weit verbreitet. Viele Handwerker, Vermieter und kleine Dienstleister nutzen es selbst, und eine Zahlung von Revolut zu Revolut ist sofort da. Für wiederkehrende Rechnungen und für die Kommunikation mit dem Handwerker am Samstagnachmittag ist das praktisch.

Revolut ansehen

Unsere Empfehlung

Für ein Ferien- oder Zweithaus: Wise oder Revolut, dazu das deutsche Konto im Rücken. Das reicht für alles, was ein Haus im Jahr an Zahlungen verursacht, und kostet Sie fast nichts.

Für den dauerhaften Umzug: zu Beginn ebenso, und sobald Rente, Gehalt oder eine Firma dazukommen, zusätzlich ein ungarisches Konto bei einer Bank vor Ort. Dann ist es kein Luxus mehr, sondern notwendig – und die Transaktionsabgabe gehört zu den Lebenshaltungskosten wie die Mehrwertsteuer.

Was Sie in jedem Fall brauchen: eine ungarische Steueridentifikationsnummer, bevor Sie zur Bank gehen. Ohne sie wird kein Konto eröffnet.

* Der Link zu Wise ist ein Empfehlungslink. Wenn Sie darüber ein Konto eröffnen, erhalten wir eine kleine Vermittlungsprovision. Für Sie ändert sich am Angebot und am Preis nichts. Wir empfehlen Wise, weil unsere Kunden damit seit Jahren gut fahren – nicht wegen der Provision.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Haus in Ungarn ein ungarisches Bankkonto?
Für die laufenden Kosten in der Regel nicht. Strom, Wasser, Müllabfuhr, Internet und Gemeindesteuern lassen sich per SEPA-Überweisung aus dem Euroraum bezahlen.
Wann brauche ich doch eins?
Wenn Sie in Ungarn ein Gehalt oder eine Rente beziehen, eine Firma führen, gewerblich vermieten, größere Beträge in Forint halten oder wenn ein Versorger auf Lastschrift besteht – die geht nur von einem ungarischen Konto.
Was kostet ein ungarisches Konto?
Neben Kontoführung und Kartengebühr fällt in Ungarn auf nahezu jede Überweisung und jede Bargeldabhebung eine Transaktionsabgabe an, die die Bank weitergibt. Für wenige Zahlungen im Jahr lohnt sich das selten.
Was brauche ich zur Kontoeröffnung?
Vor allem eine ungarische Steueridentifikationsnummer. Ohne sie wird kein Konto eröffnet.

Stand: 24.10.2026